Verhalten im Umgang mit Wespen

Wenn sich der Sommer und die Ferienzeit dem Ende zu neigt, bemerken wir oft die Anwesenheit der Wespen zum ersten Mal. Viele Urlauber kommen in ihre Städte zurück und freuen sich, noch ein paar sonnige Tage auf Balkon, Terrasse oder im Biergarten verbringen zu können – oder besser könnten, wären da nicht die Plagegeister in Form von Wespen, die jeden Aufenthalt im Freien zur Wespenschlacht werden lassen.

In der Abwesenheit der Urlauber haben sich die Wespenvölker prächtig entwickelt und fordern nun an Kaffeetafel und Grillplatz ihren Anteil an unserer Wohlstandsgesellschaft. Oftmals hat dann auch noch, dank des Sommerlochs, die Presse mal wieder die Wespenplage aus der Schublade geholt. Haben wir eine Wespenplage, deutschlandweit? Oder ist es nur das jährliche Phänomen, das sich immer wieder zum Urlaubsende oder zur Zwetschgenreife abspielt?

Die Umweltberatungen der Städte und die Schädlingsbekämpfer haben alle Hände voll zu tun, wie

jedes Jahr. Vor diesem Hintergrund halten wir es für sinnvoll, nochmals die wichtigsten Fakten zur Wespenproblematik aufzulisten:

 

1. Nur zwei Arten der Faltenwespen werden lästig, die Deutsche und die Gemeine Wespe, nur diese beiden Arten ernähren sich auch von Aas und sind daher an Kaffeetafel und Grillplatz zu finden.

2. Alle anderen Arten leben räuberisch und ernähren sich indem sie lebende Beute fangen.

3. Wie die Honigbiene sind sie an der Futterstelle völlig harmlos, ja scheu und ängstlich, wenn dieser Ausdruck erlaubt ist.

4. Nur in direkter Nähe vom Nest wehren sie vermeintliche Eindringlinge mit ihrem Stachel ab, genauso wie unsere Honigbienen.

5. Das Wissen um die Lage eines Nestes ist ein sicherer Schutz vor Stichen, die meisten Nester können bleiben. Nur in wirklich bedrohlichen Situationen sollten sie umgesetzt werden. In der Regel ist das aber nicht nötig, wenn man den Tieren ihren Sicherheitsabstand gewähren kann.

6. Mit den ersten Nachtfrösten erledigt sich das Wespenproblem auf natürliche Weise, denn das Volk geht zugrunde und nur die begatteten Königinnen überwintern, um im nächsten Jahr ein neues Volk aufzubauen.

 

Wie schützen wir uns vor Stichen?

1. Nicht nach den Insekten schlagen, das macht die friedlichen Tiere nervös.

2. Die Tiere ruhig beobachten und darauf achten, dass man kein Tier quetscht oder aus Versehen in den Mund bekommt.  Nähert sich eine Wespe unserem Mund: mit schmale Lippen das Tier versuchen wegzupusten.

3. Nahrung immer abdecken und nach Beendigung der Mahlzeit den Tisch abräumen. Jede Wespe die wir gewähren und naschen lassen, kehrt mit vielen ihrer Schwestern zurück.

4. Kein Grillgut über Nacht wespenzugänglich draußen belassen. So entstehen Futterplätze.

5. Aus Dosen nur mit dem Strohhalm trinken und Gläser abdecken.

6. Kleinkindern keine süßen Säften oder Marmeladenbrote geben, solche süß umrandeten Münder sind Futterquellen für die Wespen.

 

Wie schützen wir die Wespen?

Auch wenn es einem in den Fingern juckt, es ist nicht erlaubt und auch nicht sinnvoll, Wespennester zu vernichten.  Wespennester gibt es mehr als wir glauben und wir finden

nur die Spitze vom Eisberg. Eine wilde Vernichtungsaktion bringt Stiche aber keine Verringerung

der Wespendichte. Es werden auch meist die falschen Arten vernichtet. Die lästigen beiden Wespenarten nisten versteckt im Boden oder im Dachgebälk: immer im Dunkeln!. Die für uns harmlosen, kleinen und friedlich lebenden anderen Arten bauen ihre Nester sichtbar im Gebüsch, unterm Dach oder in Gartenlauben. Zudem sind sie schützenswert und überaus nützlich. Täglich verzehrt ein Wespenvolk bis zu 500g "Ungeziefer" wie Mücken, Blattläuse, Raupen und vieles mehr.

 

Wenn sich die Probleme nicht lösen lassen: Nehmen sie Kontakt mit uns auf!